Neun von zehn Startups in Deutschland sind negativ von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen

2020-04-03T15:01:13+02:0003. April 2020|

Corona-Update des Bundesverband Deutscher Startups e.V.

Auswirkungen der Corona-Krise auf deutsche Startups

Um einen besseren Überblick über die Herausforderungen, vor denen die deutschen Startups stehen, zu erhalten, haben wir als Bundesverband Deutscher Startups in der vergangenen Woche eine Umfrage unter mehr als 1.000 Start-ups gestartet. Das Ergebnis: Neun von zehn Startups in Deutschland sind negativ von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen, über 70 Prozent fürchten sogar um die Existenz. (komplette Ergebnisse unter https://deutschestartups.org/wp-content/uploads/2020/03/Report_Startups-in-der-Corona-Krise.pdf). Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass, wenn wir nicht schnell und substantiell handeln, die ersten Startups schon bald in die Knie gehen werden.

Liquiditätshilfen für Startups – aktueller Stand

In den letzten beiden Wochen hat sich die Geschwindigkeit der Ereignisse jeden Tag gesteigert. Der Bundesverband Deutscher Startups steht im engen Austausch mit den relevanten Bundesministerien und deren Spitzen, Landesregierungen, der KfW und vielen anderen wichtigen Marktteilnehmern. Dabei konnten wir einige signifikante Erfolge für Startups verzeichnen, die sich direkt positiv auf eure Liquidität auswirken und das Startup-Ökosystem nachhaltig stützen werden. Insbesondere sind hier diese beiden Instrumente zu nennen:

  1. Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Wir konnten die relevanten Stellen davon überzeugen, dass auch größere Startups – d.h. Startups mit einer post money valuation über 50 Millionen Euro – von den insgesamt 600 Milliarden Euro des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) profitieren. Dieses Instrument  adressiert Stufe 3 unseres 4-stufigen ganzheitlichen Schutzschirmes für Startups. Die KfW wird den WSF operativ managen. Der WSF sieht verschiedene Mechanismen vor wie Darlehen, Hybridfinanzierungen oder Eigenkapitalfinanzierungen. Die Details sind hier noch im Fluss. Wir hoffen, Euch möglichst zeitnah über weitere Einzelheiten informieren zu können. Seid versichert, dass der Bundesverband Deutscher Startups – wie überall – auf schnellstmögliche Umsetzung drängen wird. Das Geld muss asap bei den Startups ankommen!

  1. 2 Milliarden für Matching-Fonds

Darüber hinaus wurde die Auflage eines 2 Milliarden Euro umfassenden Matching-Fonds verkündet, um private Investitionen von Wagniskapitalgebern nach einem 70:30-Schlüssel mit öffentlichen Mitteln zu matchen. Damit ist die Bundesregierung den Forderungen des Bundesverbands Deutscher Startups nachgekommen. Mit dem Matching-Instrument soll verhindert werden, dass eigentlich erfolgreiche Startups trockenlaufen, weil private Investoren aufgrund der Unsicherheit zurückhaltend agieren.

Neben diesen beiden Instrumenten stehen Startups weitere  Liquiditätshilfen des Bundes und der Länder zur Verfügung. Insbesondere sind hier das weiterentwickelte Kurzarbeitergeld und der Zuschuss für Kleinunternehmen in Höhe von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro zu nennen. Laufende EXIST-Projekte, die zum 31. März, 30. April oder 31. Mai auslaufen, wurden bzw. werden zudem um drei Monate verlängert. Der Verwaltungsrat der KfW hat darüber hinaus zusätzlich weitere wichtige Weichenstellungen für den Zukunftsfonds beschlossen.

Wie es weitergeht

Seid versichert, dass wir als Bundesverband Deutscher Startups auch weiterhin rund um die Uhr versuchen, dass alle Startups die erforderlichen Hilfen erhalten. Wir bleiben dran, kümmern uns um die Details und fordern von den verantwortlichen Stellen schnell zu handeln. Weitere Informationen folgen über Social Media und per Mail.

Ich möchte an dieser Stelle einmal Danke sagen an das ehrenamtliche und hauptamtliche  Team des Startup-Verbandes und unsere Mitglieder. Gerade in Zeiten wie diesen merken wir, wie sehr unsere Branche zusammenhält.

Den vollständigen Beitrag inkl. sämtlichen weiterführenden Links finden Sie unter: https://deutschestartups.org/2020/04/02/corona-update-von-christian-miele/